Hippocratisches Johannisbeer-Leinsamen-Bro(h)t

Johannisbeer-Leinsamen-Kräcker

Johannisbeer-Leinsamen-Brot (1)

Aus genau drei Zutaten. Haltbar, hippocratisch und lecker, sättigend und wertvoll durch die aktivierten Leinsamen, dabei denkbar einfach herzustellen.
Wenn die Roten Johannisbeeren reif sind, gibt es sie gleich in großen Mengen. Danach gar nicht mehr. Neben dem Einfrieren haben wir eine weitere Möglichkeit gefunden, sie lagerfähig zu machen!
Mit ihrem sehr geringen Zuckergehalt und intensiver Säure laden Rote Johannisbeeren dazu ein, gesüßt zu werden. Mancher verzehrt sie mit süßerem Obst, Honig, Dicksäften oder gar Zucker.
Im Sinne der Hippocrates-Ernährung vermeiden wir dies tunlichst – Kohlenhydrate werden in einer sauren Umgebung schlechter aufgenommen. Proteinreiche Lebensmittel dagegen vertragen sich mit ungezuckerten sauren Beeren bestens und zum Süßen bleibt: Stevia!
Zutaten:

  • Rote Johannisbeeren
  • Dunkle Leinsaat
  • Stevia Fluid

Das Gewichtsverhältnis Leinsamen (trocken) zu frischen Johannisbeeren kann etwa 1:3 betragen (z.B. 100 g Leinsamen mit 300 g Beeren), dann entspricht das Volumen der gequollenen Leinsaat etwa dem der Johannisbeeren.

Zubereitung:

  1. Wasche die Leinsamen mit Leitungswasser aus. Dann weiche sie in einer Schüssel für zwölf bis 24 Stunden in reichlich gutem Wasser (idealerweise ein weiches Quellwasser) ein. Pro 100 g Leinsamen benötigst du mindestens 200 ml Wasser.
  2. Verarbeite die gequollenen Leinsamen mit den Johannisbeeren im Mixer zu einem möglichst glatten Püree. Hast du einen Hochleistungsmixer und magst Arbeit sparen, mixe die Johannisbeeren zuerst und lass Stielchen und kleine Blättchen einfach drin.
  3. Schmecke unter dem Mixen mit Stevia Fluid ab.
  4. Streiche die Masse dann dünn auf Dörrfolien auf, ritze Sollbruchstellen hinein und trockne sie im Dörrgerät bei höchstens 42°C. Sobald die Oberfläche getrocknet ist, wende die Kräcker und lass sie ohne Dörrfolie direkt auf dem Dörrgitter fertigtrocknen (ansonsten bleibt die Unterseite auf der Folie zu lange feuchtwarm).

7 Replies to “Hippocratisches Johannisbeer-Leinsamen-Bro(h)t”

  1. hm, mit was kann ich dann dieses Broht kombinieren, wenn man Obst nicht mit Gemüse kombiniert, und süßes Obst nicht mit Fetten.

    Wie sieht es dann mit Nüssen und Johannisbeeren aus? Nüssen und Äpfel, Nüsse und Heidel/Brom/Himbeeren? Danke

    1. Lieber Stefan,

      wozu willst du es mit etwas kombinieren? Trinke vorher ausreichend Wasser und knabbere es mono. Es schmeckt.

      Mit roten Johannisbeeren (kaum Zucker) und Nüssen sieht es gut aus, süßeres Obst/Beeren aber nicht mit Nüssen kombinieren.

    1. „Gehen“ schon, schmecken auch.
      Zucker ist eben extrem ungünstig in Verbindung mit Leinsamen, da gilt es abzuwägen, vorsichtig zu probieren, nachzuspüren. Inzwischen würde ich die Kombination mit süßen Beeren ganz bleiben lassen. Wilde Heidelbeeren gehen vielleicht gerade noch (die schmecken auch intensiver, so dass man weniger braucht). Maulbeeren (auch die dunklen) finde ich zu süß. Ich würde die Maulbeeren ohne anderes dazu (also auch ohne Leinsamen) als erste Mahlzeit des Tages einnehmen.

  2. Danke dir für die ausführliche Antwort!
    Ein so feines Gespür zu haben, was dem Körper gut tut, ist ja toll. Auch wenn es natürlich auch nett ist, mal ungestraft „sündigen“ zu können ;). Werde die Cracker morgen mal ausprobieren und bin schon gespannt!

  3. Ich versuche mir so langsam ein Bild zu machen und wundere mich gerade: Wie ist das mit der Kombination Johannisbeeren (Obst) und Leinsamen (Fett), ist das nicht etwas, was vermieden werden sollte? Danke!

    1. Du meinst die Kombination Obst/eiweißreiche Saaten und hast Recht. Es geht jedoch nicht ums Prinzip, sondern um die Inhaltsstoffe: Die Zucker im Obst werden im sauren Milieu, das bei der (auch noch langsameren) Verdauung der Proteine entsteht, nicht gut aufgenommen. Es gärt und Fuselalkohole entstehen.

      Fett/Zucker ist auch sehr ungünstig, betrifft aber weniger die Verdauung als die spätere Weiterverwendung im Blut.

      Bei Julia und mir ist die Verdauung inzwischen so „sauber“, dass wir jeden Fehler in dieser Richtung unangenehm fühlen. Gestern beispielsweise hat sich unsere Tochter zum Geburtstag (Ausnahme!) einen Nusskuchen mit Mangocreme gewünscht. Ein kleines Stückchen hat für mich gereicht, um die ganze Nacht Blähungen zu haben.

      Das Gute daran ist, dass wir theoretische Überlegungen auf diese Weise schnell anhand der praktischen Erfahrungen verifizieren können.

      Rote Johannisbeeren enthalten viel Säure, was für die Leinsamen kein Problem ist. Zucker haben sie dagegen kaum.
      Süßen wir mit Stevia, sollte nichts gären, so der Plan.
      Es hat wohl gestimmt. Die Kekse sind sehr bekömmlich.

      Nochmal: Nicht Obst/Saaten sondern Zucker/Saaten sind das Problem. Da die meisten Menschen saure Früchte mit Zuckerarten süßen (egal ob Honig, Datteln, Dicksäfte, Kokosblüten- oder Birkenzucker – alles Zucker!) bleibt das Problem bestehen und die Vereinfachung „Obst/Saaten = schlecht“ behält scheinbar Gültigkeit für alle Arten von Früchten.

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