Rohkost und Kauen: Eine lebenswichtige Kombination

Rohkost und Kauen: Für die gesunde Verdauung roher Nahrung ist Kauen noch wichtiger als für Kochköstler. Lies hier, warum das so ist.

Der stoffliche Aspekt des Kauens

„Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit“, hat Hippokrates bereits um 300 v. Chr. betont.

Leider vergessen wir heute häufig, dass der Darm zwar unser größtes Verdauungsorgan ist, aber bei weitem nicht das einzige. Er ist noch nicht einmal der einzige Ort, an dem in unserem Körper verdaut wird.

Bevor die Nahrung, die wir uns einverleiben, unseren Darm überhaupt erreicht, hat sie bereits zwei Stationen hinter sich. Bildlich können wir uns den Darm als letzten und längsten Abschnitt eines Fließbandes vorstellen – mit dem Unterschied, dass nicht hergestellt, sondern demontiert wird. Schritt für Schritt wird die Nahrung bearbeitet und für die weiteren Verarbeitungsschritte vorbereitet, bis auf den letzten Metern „geerntet“ wird.

Bleiben wir im Bild und betrachten eine Fertigungsstraße in einer Fabrik: Jede Station ist darauf angewiesen, dass korrekt vormontierte Teile ankommen. Ansonsten muss am falschen Ort nachgearbeitet werden, die Produktion verlangsamt sich und fehlerhafte Teile werden wiederum an die nächste Station weitergereicht.

Offensichtlich ist, neben der Qualität der Rohstoffe, die erste Station die wichtigste. Denn je weiter vorne unsauber gearbeitet wird, desto mehr Stationen müssen sich mit den Fehlern herumschlagen.

Zwar ist unser Darm ein intelligentes und hochflexibles Organ, das sich auf veränderlichen Eingang hervorragend einstellen kann; er kann jedoch nicht völlig auf die Arbeit der eigens zu diesem Zweck geschaffenen Vordermänner verzichten. Für eine dauerhafte gesunde und effiziente Funktion des Darms ist es unabdingbar, dass er hochwertige und adäquat vorbereitete Materialien erhält.

Auch wir Gesundköstler ignorieren diesen Teil leider allzu häufig und fokussieren uns ausschließlich darauf, was unseren Körper zuführen und vernachlässigen dabei das Wie.

Nach der Wahl der Nahrung gibt es genau eine Station, auf die wir ganz direkt mit unserem Verhalten Einfluss nehmen können – die erste.

Verdauung beginnt im Mund!

Neben der mechanischen Zerkleinerung wird das Essen im Mund durch die Einspeichelung mit ersten Verdauungsenzymen vermischt. Die ersten (wichtigsten) chemischen Reaktionen zwischen Enzymen und Molekülen der Nahrung finden im Mund und auf dem Weg in den Magen statt.
Die Enzyme des Magens wiederum können nur richtig ansetzen, wenn sie im Nahrungsbrei genügend Angriffsfläche und die Vorbereitung durch den Speichel vorfinden. Größere Brocken haben in ihrem Innern folglich an der dritten Station, im Darm, weder Speichelaktivität noch Magenenzyme noch die Wirkung der Magensäure erfahren.
Mit dem Verzicht auf gründliches Kauen schalten wir also zusätzlich gleich den zweiten Verarbeitungsschritt aus. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, vor welche Herausforderungen wir damit unseren armen Darm stellen.

Lebendige Nahrung aus reiner Rohkost ist grundsätzlich genau das, was unser Körper braucht. Tatsächlich ist jedoch – ich betone es immer wieder – Gekochtes leichter zu verdauen. Das liegt einfach daran, dass Hitze unter den großen Molekülen der Nahrung zerstörerisch wirkt und so einen großen Teil der Verdauungsarbeit – der Spaltung der Moleküle mittels geeigneter, vom Körper hergestellter Enzyme – überflüssig macht.

Das unnatürliche Fehlen von Verdauungsschritten wird teilweise durch das unnatürliche Erhitzen wieder kompensiert, weshalb Kochköstler tatsächlich vordergründig oft weniger Darmprobleme haben. Umstellung auf Rohkost und Kauen sollte folglich zeitgleich erfolgen!

Nach jahrzehntelanger Kochkost hat unser Organismus oft verlernt, schnell und ausreichend enzymreiche Verdauungssäfte bereitzustellen, um rohe Nahrung natürlich zu verdauen. Enthalten wir dem Speisebrei zusätzlich die wichtigen Enzyme aus dem Speichel vor, sind Probleme absehbar. Übermäßiger Gewichtsverlust trotz großer Nahrungsmengen, Hungergefühl und Blähungen sind nur einige der rohkosttypischen Schwierigkeiten, denen wir mit gründlichem Kauen begegnen können.

Wenn wir gründlich kauen, benötigen wir im Effekt weniger Essen, um unserem Körper das zu geben, was er braucht.

Mit dem Essen zufriedener!

Häufig berichten Rohköstler, gerade, wenn sie erst vor kurzem umgestellt haben, dass sie schwerer zufriedenzustellen seien. Auf der Suche nach dem nächsten geschmacklichen Kick sind die Gedanken mit vollem Mund schon beim nächsten oder übernächsten Bissen.

Gründliches Kauen heißt jedoch noch mehr als gründliche Zerkleinerung. Es heißt auch gründliches Einspeicheln. Die Salvia fließt aber nur, wenn uns der Bissen schmeckt – und das kann er nur, wenn wir ihn schmecken. Unsere Aufmerksamkeit muss ganz bei unserer aktuellen Tätigkeit sein, dem Kauen und Schmecken!

Übe es einmal: Anfangs wirst du 200 oder 300 Kaubewegungen brauchen, bis ein Bissen ohne willkürliches Schlucken nur durch die schiere Menge an Speichel verschwunden ist. Mit zunehmender Übung wird der Speichel reichlicher fließen – dann geht es schneller. Erfahre, wie sich der Geschmack verändert, bis du den Bissen restlos ausgeschmeckt hast, wie gut er schmecken kann!

In Kau Dich gesund!“ übertreibt Jürgen Schilling nicht, wenn er vom „Orgasmus im Mund“ schreibt. Er hat Recht: Nie hätte ich gedacht, dass Essen so lustvoll und zugleich befriedigend sein kann.

Wenn Jürgen Schilling auch alles andere als ein Rohköstler ist, so sind seine Erkenntnisse doch gerade für uns wertvoll. Gegen Übergewicht ins Feld geführt, schützen sie auch vor Untergewicht, denn der Körper will nicht nur weniger sondern braucht auch weniger!

Du wirst weniger Zutaten, insbesondere weniger Salz benötigen und einfachere Mahlzeiten zubereiten, wenn du jeden Bissen „schmaust“ (schmauen= schmecken+kauen).
(Seit gut einem Jahrhundert ist auch vielen der Ausdruck „Fletchern“ ein Begriff dafür, zurückgehend auf einen wohlhabenden aber übergewichtigen und ungesunden Amerikaner namens Horace Fletcher, der diese Methode für sich entwickelt und dadurch außerordentliche Gesundheit erlangt haben soll – mit einem Kalorienbedarf, der nur ein Drittel dessen betragen haben soll, der für einen Mann seiner Größe und seines Alters als Norm angegeben wurde.)

Für uns kam „Kau dich gesund“ damals als ideale Ergänzung zur gerade entdecken Hippocrates-Ernährung. Bei dieser wird die Salzmenge stark reduziert und Zucker kommt praktisch nicht vor – „geschmaute“ Hippocrates-Ernährung eröffnet somit neue, nicht süß oder salzig dominierte Geschmackswelten.

Saubere und gesunde Zähne!

Säurehaltige Nahrungsmittel belasten unsere Zähne unmittelbar, klebende Nahrungsreste belasten sie in der Folge.
Der wichtigste Helfer unserer Zähne ist der Speichel: Er verdünnt und neutralisiert die Säure der Speise bereits beim Essen, verhindert Ablagerungen und remineralisiert den Zahnschmelz. Das Gefühl im Mund nach einer gründlich eingespeichelten Mahlzeit ist ein unvergleichlich frisches und sauberes, die Zähne fühlen sich hart und stark an.

Der spirituelle Aspekt des Kauens

Oft bleibt in unserem Alltag wenig Zeit für Meditation und Achtsamkeitsübungen. Dagegen essen wir zweimal, dreimal oder noch häufiger täglich.

Diese Zeit können wir nutzen, um Stress abzubauen und das Im-Jetzt-Sein zu praktizieren, einfach, indem wir uns voll und ganz auf den Bissen in unserem Mund und seinen Geschmack konzentrieren.

Das ist reine Praxis: Wir üben, uns auf eine Tätigkeit zu konzentrieren!

Suzuki Ryoshi erklärt im Tigerbericht“, dass der Tiger „sichert, wenn er sichert, läuft, wenn er läuft und trinkt, wenn er trinkt“ – nichts anderes. Ich meine, wenn wir essen, sollten wir nur essen.
Während die Nahrung ein Teil von uns wird, sind wir ein Teil der Nahrungsaufnahme und halten unsere Aufmerksamkeit bei diesem wichtigen Vorgang.

Ich bin überzeugt: Der Geist steht über der Materie. Mit anderen Worten: Das Bewusstsein bestimmt das Sein.

Vor diesem Hintergrund behaupte ich, dass alles, was wir bewusst tun, dadurch eine andere, höhere Qualität bekommt.

Der Moment der Aufnahme unserer Nahrung ist ein bedeutender, da wir mit dem, was wir uns einverleiben, darüber entscheiden, aus welchen stofflichen Quellen sich unser Körper für seine Biologie bedienen kann. Deshalb sollten wir gerade diesen Moment mit dem Leuchten unseres Bewusstseins erhellen.

Essen lernen durch Kauen

Überhaupt, wie wollen wir lernen, intuitiv oder gar instinktiv das Essen zu wählen, dass uns guttut, Gelüste von gesundem Bauchgefühl zu unterscheiden, wenn wir dem Moment, an dem das Essen in unserem Bauch gelangt, keine Beachtung schenken? Wenn wir mit den Gedanken auf dem Teller, beim nächsten Bissen oder ganz woanders sind anstatt in unserem Mund?

Als wir „Kau Dich gesund!“ begegnet sind, waren wir schon seit vielen Jahren Vollwert-Veganer. Ich kann daher Jürgen Schillings Aussage nicht aus eigener Erfahrung bestätigen, halte sie aber für sehr plausibel: Wenn du gründlich kaust, verlierst du die Lust auf ungesundes Essen, insbesondere auf Fleisch (was auch Horace Fletcher erfahren haben soll). Denn lange gekaut wird schlechtes und geschmackskonfektioniertes Essen einfach widerlich – die Fleisch-und Schlechtkostindustrie lebt davon, dass gierig verschlungen wird. Das kann ich mir sehr gut vorstellen: Der Gedanke, Körperteile von ermordeten Tieren zu verschlucken, ist weniger gruselig, wenn sie mit viel Salz ohne allzu engem Bezug dazu verschluckt würden, als gründlich und aufmerksam durchgekaut, mit reinem Geschmack, wenn das Salz bereits ausgewaschen ist.
Er selbst habe mit dem „Schmauen“ völlig die Lust auf Fleisch und Fertigprodukte verloren.

Ein interessanter Ansatz für den Umgang mit Gelüsten, oder?

Zusammenfassung: Menschen, bitte kauen – Rohköstler, unbedingt kauen!

 

P.S.: Die Rohkostlinge haben einen interessanten Beitrag verfasst, in dem sie auf die schwierigere Verdauung roher Nahrung eingehen. Lesenswert!

13 Replies to “Rohkost und Kauen: Eine lebenswichtige Kombination”

  1. Ich habe zum Fleisch eine Frage.
    Wir haben doch ein Mischgebiss und evolutionär betrachtet haben wir doch immer mal Fleisch gegessen (wenn auch selten). Daher frage ich mich immer, warum veganes oder vegetarisches Essen als gesundes Ziel betrachtet werden soll?!

    1. Über das „Mischgebiss“ gibt es kontroverse Ansichten. Für nennenswerte Mengen Fleisch ist unser Darm definitiv zu lang, besonders, weil Fleisch von Großwild unseren Vorfahren die meiste Zeit (das ist die Zeit vor dem Gebrauch von Jagdwerkzeugen) als ungekühltes Aas begegnet sein dürfte, also schon im fortgeschrittenen Verwesungsprozess.

      Kein Säugetier ist Veganer, da stimme ich dir zu. Wir müssen trennen:

      1. Der Verzehr von Muskelfleisch großer Tiere ist evolutionär nicht zu rechtfertigen.
      2. Die Hauptquelle tierischer Bestandteile in der Nahrung aller Pflanzenfresser sind Insekten, Spinnen, Würmer etc.; wesentlich sind auch die Mikroorganismen, die sich um deren Hinterlassenschaften kümmern. Der Verzehr von Pflanzen aus Monokulturen, die kleintierfrei gehalten werden, noch dazu penibel abgewaschen, entspricht evolutionär nicht dem, was wir brauchen. Ich nenne mich Veganer, lebe aber gerne mit der Gewissheit, dass in unserem Smoothie jeden Morgen mit statistischer Sicherheit Ameisen und Blattläuse enthalten sind.
      3. Milch: Die Wahnsinnsidee, einer fremden (sogar stärkeren bzw. schnelleren) Tierart ans Euter zu gehen, brauchen wir weder evolutionär noch physiologisch zu beleuchten.
      4. Eier: Unsere Sammlervorfahren (die meiste Zeit waren sie keine Jäger!) haben mit Sicherheit gelegentlich Gelege gefunden und geplündert. Wildvogeleier alle paar Wochen wären evolutionär also sinnvoll zu essen. Wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass wilde Hühnerarten im Schnitt acht Eier/Jahr legen, unsere Zuchthennen (auch die von demeter!) durch den ständigen Eierklau dagegen rund 300, kann man sich vorstellen, wie viel so ein Ei noch an natürlichen Inhaltsstoffen enthält. Okay, ab und zu ein Ei wäre wahrscheinlich nicht ungesund, ich verzichte aber dankend.

      Wilde Kräuter und Früchte mit Bewohnern, ab und zu ein Wildvogelei oder eine lahmende Maus: So sähe evolutionär unsere tierische Nahrung aus. Den ersten Teil setzen wir als Familie mit Einschränkungen um.

      Deshalb bin ich aber nicht Veganer geworden. Alle Milch-, Fleisch- und Eiprodukte bei uns im Handel sind mit entsetzlichem Leid verbunden. Bei praktisch allen unseren Umwelproblemen (Verschmutzung von Böden, Wasser, Luft, Abholzung, Flächenfraß, Landvertreibung, Klimawandel, Welthunger, Artensterben usw.) ist die Tierhaltung (und der Fischfang) die GRÖßTE Ursache, weit vor Verkehr, Atomkraft, Plastikmüll usw.
      Der Verzicht auf Tierprodukte war eine rein ethische Entscheidung.
      Ich brauche sie nicht zum Überleben, also esse ich sie nicht, basta.

      Dass wir damit gesünder geworden sind, ist ein schöner Nebeneffekt und inzwischen, nachdem ich mich damit auseinandergesetzt habe, wie „natürlich“ die tierischen Produkte im Handel sind, auch nicht überraschend. Ich habe jedoch nie behauptet, dass der Verzicht auf jede Art Nahrung tierischer Herkunft an sich gesund sei.

      Wer sich im veganen Supermarkt mit Weißmehl-, Soja- und Zuckerprodukten eindeckt, sein gespritztes Zuchtobst und Gemüse gründlich wäscht und einen weiten Bogen um jedes wilde Kraut macht, täte seiner Gesundheit vermutlich einen Gefallen mit etwas Aas dazu.

      Alles klar?

  2. Danke, das hilft schon sehr. Du hast so recht mit der Nähe und dem Fernhalten. Es ist so unglaublich traurig, wie viel Leid Kindern zugefügt wurde und wird, weil man denkt, es sei das beste fürs Kind. Und es ist so schön, dass jetzt gerade bei so vielen der Weg zurück geht zur Nähe und zur Natur. Danke für eure Inspiration!

  3. Danke für die liebe schnelle Antwort. Gelassenheit lese ich daraus und mache mir mal nicht allzu viele Gedanken. Wegen Kissfeeding habe ich wegen meiner eher schlechten Zähne Bedenken. Wenn ihr noch einen schönen Tip für schlecht-kauende und breiverweigernde Kleinkinder habt, bin ich dankbar! Gibt es in eurem E-Book Infos speziell zum Beikostverlauf eurer Kinder? Ich dümpele bei dem Thema ganz schön rum…
    Liebe Grüße, Nana

    1. Liebe Nana,
      leider kann ich dir da nicht helfen. Bei uns gab es in dem Sinne keine Beikost. Wenn das Kind über Wochen nichts gegessen hat, hat es eben nichts gegessen. Wir haben dann besonders darauf geachtet, dass Julia mit allen Nährstoffen versorgt war – die Milch floss immer nach Bedarf.
      Schlechte Zähne und Kissfeeding… glaubst du wirklich an die Geschichte von der „Infektionskrankheit Karies“?
      Lieben Gruß
      Benedikt

      1. Danke schön! Es spricht so viel Vertrauen aus eurem Blog und deinen Antworten :). Hundert Fragen könnte ich noch stellen, belasse es aber mal dabei: Wenn ihr mal wieder einen Blogartikel schreiben wollt, aber nicht wisst, worüber ;), dann gern einen über Hippocrates und Kinder – was haben eure Kinder in welchem Alter hauptsächlich gegessen? Wie war die Umstellung auf roh für die Kinder? Wie handhabt ihr das bei Familienbesuchen, bei Freunden, überhaupt in der großen weiten Welt?
        Liebe Grüße und weiter viel Freude!
        Nana
        PS: Welchen Geschichten ich glauben soll, weiß ich manchmal nicht ;o).

      2. Uns hat es sehr geholfen, allen solche Geschichten, die dazu führen können, dass Menschen sich voreinander fernhalten und/oder ekeln, sehr skeptisch zu begegnen.

        Eine traurige Anekdote: In das Zimmer, in dem meine Mutter als gesunder Säugling gesunder Eltern in den 50er-Jahren alleine schrie, durften Besucher nur durch die Tür spähen. Fütterungs- und Wickelpersonal trug Kittel, Gummihandschuhe, Haube und Mundschutz und vermied möglichst jeden Körperkontakt. Das war zwar auch für die Kindesmutter traurig; da der Arzt – bei meinen Großeltern hoch angesehen –, aber von so vielen bekannten oder neu entdeckten Infektionskrankheiten wusste, die auf das schutzlose Baby übertragen werden könnten, befolgten sie seine Ratschläge.

        Deine Fragen sind Stoff für viele Blogartikel. Mal sehen.

        Eines in Kürze: Die Kinder essen weitgehend so wie wir, hippocratisch. Allerdings hat jedes Kind zuweilen Phasen, in denen es ganz gerne etwas von dem ablehnt, was es gerade gibt. Dann bekommt es (und in der Folge auch die Geschwister) Alternativen, die häufig die als sinnvoll erfahrenen Kombinationsregeln nicht einhalten. Typisches Beispiel: Süßkartoffel mit Sesammus. Beides für sich wertvoll; die Kombination schmeckt, sättigt – und belastet. Das betonen wir aber dem Kind gegenüber nicht, sonst belastet es noch mehr.

        Auch essen die Kinder viel mehr Obst als wir, jedoch ausschließlich morgens/vormittags.

  4. LIebe Rohmantiker, danke für den tollen Artikel! Er gibt nochmal einen Impuls, mehr auf das Kauen zu achten, ich merke, dass ich mich nach einer gut gekauten Mahlzeit viel besser fühle (habe aber oft die Geduld dazu nicht!).
    Wie geht das mit dem Kauen bei euren Kindern? Mein kleiner Sohn ist 1 1/2 und liebt Stücke, die er dann einfach runter schluckt. Halbe Kirschen kommen unten wieder raus, Buchweizensprossen, Olivenstücke… Zermust mag er fast alles nicht. Also nichts mit Buchweizenporridge etc. pp.
    Habt ihr da einen Tip, eine Erfahrung?
    LG, Nana

    1. Liebe Nana,
      das kennen wir auch von unserem Jüngsten (3 J). Er kaut am schlechtesten.
      Ich vermute, das liegt daran, dass wir die Kissfeeding-Zeit verpasst haben. Er kannte schon feste Nahrung, als wir es versuchten und er hat das Vorgekaute abgelehnt. Vielleicht geht das bei dir noch?

      Stillen ist ganz wichtig. Und Vorbild im Kauen sein.

      (Je besser Julia kaut, desto homogener sehen seine Ausscheidungen aus.)

      Das kommt schon!

      Lieben Gruß
      Rohmeo

  5. Ein sehr schöner , toll erklärter Artikel 🙂

    Ich weiß übrigens nicht ob ich eine Ausnahme da stelle, aber ich habe immer eher mit Kochkost Verdauungsprobleme gehabt. (Meine Bauchspeicheldrüse wurde dadurch angeschlagen) Mit Rohkost hab ich da gar keine Probleme, obwohl mein Darm bei der Umstellung total kaputt war (Leaky Gutt, etc….) ich habe dann anfangs nur zeitgleich eine längere Darmsanierung gemacht und wiederhole dies jedes Jahr (dann allerdings nur eine kurze Zeit ca. 1-2 Monate).

    Gutes kauen ist wirklich so wichtig! Danke für den Artikel!

    Liebe Grüße

    Jen

    1. Liebe Jen,

      Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen. Interessant!
      Vielleicht warst du so vorgeschädigt, dass das Weglassen des Gekochten wie eine Erlösung für deinen Darm war?

      Eine Darmsanierung empfehle ich jedem Umstellwilligen.

      Von mir mangels Versuchen kann ich das nur bedingt behaupten, bei den Kindern kann ich aber klar feststellen: Schlecht gekaute und/oder unter Stress gegessene Rohkost verursacht mehr Verdauungsprobleme als Kochkost unter gleichen Bedingungen.

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