Eat more sprouts!

Das wichtigste Merkmal, das die Hippocrates-Ernährung von anderen Varianten der rohköstlichen Lebensweise abhebt, ist der Verzehr einer Vielzahl von frischen Sprossen.

Die meisten Rohköstler sind sich dahingehend einig, dass die Frische und damit die Lebendigkeit der Nahrung (neben der Vermeidung von bei der Erhitzung entstehenden Giftstoffen) das wichtigste Argument für ihre Ernährungsentscheidung ist. Entsprechend werden frisches Gemüse, Obst und besonders Wildkräuter empfohlen.

Aber was bedeutet Frische?

Ein Lagerapfel kann neben einem gebackenen Brötchen als frisch gelten, die vor zwei Wochen geerntete Gurke im Kühlschrank ist sicher noch frischer, wird aber vom eben gepflückten Kraut weit übertroffen, da bei diesem praktisch keine Zeit zwischen Ernte und Verzehr ins Land geht.

Doch es geht noch weiter: Auch grün und lebendig in der Wiese kann das Kraut seinen Höhepunkt schon überschritten haben.

Das frischeste Nahrungsmittel, das wir uns vorstellen können, ist eine Pflanze, die sich gerade mit aller Macht entfaltet, wächst und gedeiht. In dieser Phase verfügt sie über die meisten aktiven Enzyme, die größte Lebenskraft.

Daher liefern uns die jungen Pflanzen in ihrer Überganszeit, nachdem sie dem Samen entsprossen sind, noch von diesem genährt werden, aber auch schon selbst Photosynthese betreiben, den maximalen Nährwert.

Praktisch alle uns bekannten Analysen der Inhaltstoffe frischer Sprossen zeigen zudem, dass sie ihren „Eltern“, d.h. dem erwachsenen Gemüse, haushoch überlegen sind. So enthalten beispielsweise Tomatensprossen wesentlich mehr Lykopin als die Früchte, Brokkolisprossen mehr antikarzinogene Wirkstoffe als Brokkoli-Gemüse, usw. usw.

Warum sollten wir darauf verzichten?

Eine Sprosse strebt zum Licht. Wir auch!