Warum viele sich nicht trauen, vegan zu leben

Als ich vor über sieben Jahren den Entschluss gefasst habe, nichts mehr von Tieren zu essen, war das eine rein ethische Entscheidung.

Kuhmilch gab es ohnehin schon länger nicht mehr bei uns, auf Fleisch und Eier zu verzichten war für Julia ebenfalls kein Problem und unsere damals zwei kleinen Kinder haben sich auch nicht beklagt. Folglich waren wir einige Tage später eine vegane Familie.

Da ich mir zuvor noch nie Gedanken über Mangelernährung gemacht hatte und keinen Grund gesehen habe, als Mensch zum reinen Überleben auf tierische Nahrung angewesen zu sein, war klar: Solange ich meinen Körper irgendwie erhalten kann, ohne gefühlsfähigen Wesen Leid zuzufügen, ist das meine moralische Pflicht. „Du sollst nicht töten“ (obwohl ich kein Christ bin) – besser: Ich will nicht töten!

Ich werde an dieser Stelle nicht auf Argumente wie Bio, artgerechte Haltung, Eier ohne Kükenmord etc. eingehen. Tierische Nahrung erzeugt Leid bei Tier und Mensch. Daher esse ich sie nicht. Punkt.

Andere Menschen tun das, aus verschiedenen Gründen, und ich liebe sie, wie ich alle Wesen liebe, und verurteile keinen von ihnen für sein Tun.

Es gibt jedoch viele, die mit gemischten Gefühlen Tierisches essen, die Leid vermeiden wollen aber Angst vor Mangel haben. Hier kann ich vielleicht wirken.

Diese Angst wird bewusst geschürt, man hört von Calcium, Eisen, Jod, Vitamin B12 und, besonders verbreitet und besonders hanebüchen: Protein.

Von den Veganismus-Befürwortern werden für all das mal mehr mal weniger überzeugende Gegenargumente gebracht.

Da ich der deutschen und der lateinischen Sprache mächtig bin und über einen wissenschaftlichen Hintergrund verfüge, habe ich mich gelegentlich an die Originale der von beiden Lagern zitierten Studien gewagt und kann nur sagen: Jeder zieht eben das heraus, was ihm passt, ob es drinsteht oder nicht.

Dieses korrupte Durcheinander von Meinungen und Interpretationen bietet nach meiner Erkenntnis keine Basis für eine Entscheidung für oder gegen den Veganismus, daher bin ich froh und dankbar, dass meine Entscheidung schon vor der theoretischen Beschäftigung mit dem Thema gefallen war und ich als unwiderlegbares Argument unsere langjährige Erfahrung anführen kann.

Seit der Entscheidung hat Julia Zeit zwei Schwangerschaften mit Geburten erlebt, von denen die letzte eine natürliche Geburt war. Seit über neun Jahren stillt sie ununterbrochen, zeitweise vier Kinder gleichzeitig.

Julia und ich sind, obgleich sechs Jahre älter, wesentlich leistungsfähiger geworden, brauchen weniger Schlaf, mein Hautbild ist reiner (obwohl noch lange nicht „rein“), haben seitdem wesentlich seltener Schnupfen oder Grippe (wenn doch, geht die Genesung schneller als früher) und waren nie krankheitsbedingt bei einem Arzt.

Alle sind wir schlank, beweglich und gesund, die Kinder sind lebendig, brauchen für ihr Alter sehr wenig Schlaf (was nicht nur angenehm ist…), sind kreativ und hoch konzentrationsfähig (siehe mein Video zum Thema „Ernährung und Konzentrationsfähigkeit“).

Einiges schiebe ich auf unsere Art der Vollwert-, jetzt Rohkost; Tatsache bleibt jedoch: Das Weglassen tierischer Nahrungsmittel hat bei uns keinerlei Mangelerscheinungen zur Folge.

Also, wenn du auch mit dem Gedanken spielst, aus Liebe zum Leben Veganer(in) zu werden und dir dein Arzt, deine Mutter oder der Fernseher Angst macht: Denk an unser Beispiel!

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