Gewohnheiten

Wenn Menschen hören, dass wir zu einer Ernährung gefunden haben, von der wir so überzeugt sind, dass wir sie sogar anderen Menschen als Weg zu einem besseren Leben anbieten, begegnen sie uns oft mit Sätzen wie:
„Du kannst doch nicht alle über einen Kamm scheren, kannst doch nicht wissen, was für andere gut und richtig ist.“ Oder: „Ich bin nun einmal ein anderer Typ. Ich vertrage kein rohes Gemüse.“

Klar sind Menschen verschieden, und nicht jeder braucht dieselbe Art von Ernährung. Ein befreundeter, langjähriger Rohköstler meinte einmal treffend: „Jeder ist anders degeneriert.“

Nun habe ich in jahrelanger Beobachtung meiner eigenen Verhaltens- und Argumentationsweisen eine aufschlussreiche Feststellung gemacht: Hinter Sätzen wie den eingangs genannten steckt unser natürlicher Drang, an Gewohntem festzuhalten. Das geschieht meist unbewusst, ja, unser Körper trifft diese Aussage und sie ist in diesem Moment sogar absolut wahr!

Auch ist es richtig, dass gekochte Nahrung „aufgeschlüsselt“ ist und „leichter aufgenommen“ werden kann. Nur, ist es deshalb das Richtige?

Die Natur hat uns – wie alle Tiere – als Rohköstler, ausgestattet mit allem, was wir brauchen, um rohe Nahrung zu verdauen, auf die Welt gebracht. Viele von uns haben Teile des Verdauungsprozesses, angefangen beim Kauen, schlicht verlernt.

Wenn jemand sagt, er vertrage kein rohes Gemüse, dann hat er wahrscheinlich Recht. Sein Körper reagiert sofort mit Blähungen. Er ist so konditioniert.

Ich frage ihn dann: Möchtest du denn, dass es so bleibt, oder hältst du es für möglich, dass an den positiven Erfahrungen fast aller Rohköstler etwas dran ist?

Das einzige, was er tun muss, ist, die vielleicht unangenehme doch lehrreiche wunderbare Zeit der Umstellung durchzustehen und die Protestschreie, die sein Körper unweigerlich ausstößt, nicht als Zeichen zu deuten, das Neue sei nicht das Richtige. Sie zeigen nur, dass sein Körper auf das Alte programmiert ist!

Ein Mensch, der im Prinzip bereit ist für eine Veränderung, antwortet in der Regel: „Die ernähren sich schon natürlicher und wirken auch gesünder, nur bei mir klappt das leider nicht, ich bin eben ein anderer Typ.“

Ein Bild: Wenn ich mich als Kind entscheide (oder, wenn es um mich herum üblich ist, selbstverständlich einfach tue), nicht mehr zu laufen und nur noch im Rollstuhl zu fahren, was wird wohl mit meiner Muskulatur geschehen? Wenn mir dann als Erwachsener jemand (ein Laufender) erzählt, Menschen bräuchten von Natur aus in der Regel keinen Rollstuhl und ich versuchshalber einmal aufstehe, stelle ich sofort schmerzvoll fest, dass ich sehr wohl einen brauche!
Hat der Laufende also Unrecht?

Wollen wir wieder laufen lernen oder lieber unsere Prothesen als typbedingt oder gar als genetische Veranlagung verklären?

Meine Botschaft lautet: Wenn du glaubst, irgendetwas in deinem Leben könnte noch besser sein, zieh die Veränderung einfach einmal durch. Alles ist möglich, auch für deinen Typ!

Dein Benedikt

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