Die Geschichte mit dem Obst

Du bist Rohköstler oder im Begriff, einer zu werden?

Vielleicht kann ich dir mit meiner Erfahrung helfen, zu verstehen, was möglicherweise in deinem Körper passiert, um unangenehme Umwege zu vermeiden und zu einer rohköstlichen Ernährung zu finden, die deinen Körper nachhaltig versorgt.

Dazu möchte ich dir erzählen, wie ich zu meiner fruchtzuckerarmen Rohkost gekommen bin.

Nach etwa einem Jahr reiner Rohkost hatte sich mein Obstkonsum auf einer Höhe eingependelt, dass einige Probleme einfach nicht mehr zu leugnen waren:

  1. Ich brauchte viele Portionen am Tag, konnte nie mehrere Stunden ohne Nahrung überdauern, wenn ich keinen heftigen Leistungsabfall hinnehmen wollte.
  2. Durch diese ständige Exposition mit Säure und Fruchtzucker begannen meine Zähne, die die letzten 32 Jahre makellos gewesen waren, zunehmende Verfallserscheinungen zu zeigen.
  3. Mein Schlafbedarf befand sich wieder fast auf der Höhe wie zu Kochkost-Zeiten.
  4. Ich hatte immer mehr den Eindruck, meinen Körper mit dem Fruchtzucker zu „verheizen“ – dass er durch den Zucker eigentlich gegen sein Bedürfnis zur Leistung gedrängt wurde, fast wie durch Doping.

Als ich von einer Freundin, die gerade aus Brian Clements Institut in Florida zurückgekommen war, das Bild von dem Rennauto und dem Geländewagen hörte, war ich mir sicher, dass ich zu einer anderen Art von Rohkost finden musste – oder wieder Gekochtes essen.

Zu diesem Bild:

Das Rennauto erreicht mit einer großen Menge Treibstoff äußerst ineffizient für kurze Zeit Spitzengeschwindigkeiten bei einem hohen Verschleiß, häufigen Aufenthalten in der Box und einer geringen Gesamtlaufleistung.

Der Geländewagen kommt mit einer Tankfüllung hunderte Kilometer durch unwegsames Gelände, muss selten repariert werden und dient über viele Jahrzehnte und hunderttausende Kilometer.

Das ist der Unterschied zwischen obst- und gemüsebasierter Rohkost.

Der Versuch, „einfach etwas weniger“ Fruchtzucker zu essen (Obst, Riegel aus Trockenfrüchten und Nüssen, Gourmet-Kreationen mit Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Dattelpüree gesüßt), musste natürlich scheitern. Die Gier nach mehr war unerträglich. Wie von selbst formten sich Gedanken wie „Obst ist gesund, das weiß man doch“, „mindestens fünf Portionen am Tag“, „die Menschen sind als Fruktivoren auf der Erde erschienen“ und ähnliche. Ich habe süßer denn je gegessen.

Dann kam die Einsicht: „Moment mal Benedikt, du setzt eine Verhaltensweise fort, die du als schädlich identifiziert hast und rechtfertigst sie in den Momenten der Gier mit Argumenten, die du zuvor schon entkräftet hattest.“  – Ich tat das, was genau meiner Definition eines Suchtverhaltens entspricht.

Daraufhin bin ich durch eine Woche Totalentzug gegangen. Nicht einmal mehr Karotten waren erlaubt. Es war richtig heftig. Viel schlimmer als der Entzug der gekochten Nahrung ein Jahr zuvor.

Aber es hat sich gelohnt. Mein Organismus ist umprogrammiert. Ich brauche wieder weniger Schlaf, kann viel länger ohne Essen auskommen, der Zahnverfall hat sich merklich verlangsamt, alles läuft ruhiger und kraftvoller.

Jetzt esse ich gelegentlich auch wieder Obst. Nicht täglich, nicht viel, aber bewusst und mit Genuss.

Meiner geliebten Julia ist es ähnlich ergangen. Wie wir uns umgestellt haben und wie wir uns jetzt mit unseren vier Kindern ernähren, zeigen wir dir auf unseren Seiten.

Euer Rohmeo

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.