Bis du Veganist oder Veganer aus Liebe?

Warum sind wir eigentlich Veganer?

Für mich kann ich diese Frage ganz klar beantworten: Aus Liebe zum Leben. Weil für meine Gaumenfreuden kein Wesen leiden soll. Punkt.

Eigentlich ist es ganz einfach. Oder nicht?

Ist das nicht bei allen Veganern so?

Kürzlich stieß ich auf eine vegane Webseite, die reiches Aufklärungsmaterial bietet. Ich meldete mich an, um Kommentare lesen und abgeben zu können und war erschrocken, wie vereinfachend und aggressiv ein Schwarz-Weiß-Schema gemalt wird. Ich bat umgehend um Löschung meines Accounts. Zitat (Anrede und Grußzeile entfernt):

„Beim Überfliegen der Beiträge bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Sie
meinen Account bitte wieder entfernen können.
Ich selbst bin Veganer aus Liebe zum Leben, zu Mensch und Tier. Zum Veganismus inspiriert hat mich eine Freundin vor rund acht Jahren, indem sie  mir Informationen angeboten, selbst mangelerscheinungsfreien langjährigen Veganismus vorgelebt hat und mir dabei immer liebevoll und ohne Verurteilung meines Tuns begegnet ist. Gegen Anklage und Verurteilung wäre ich in den Widerstand gegangen und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dem Zeitpunkt nicht Veganer geworden.
Eine Einteilung, wie sie auf Ihrer Seite vorgenommen wird in „vegan=gesund+intelligent“ und „nicht-vegan=dumm+krank“ erscheint mir nicht zielführend und entspricht nicht meiner inneren Haltung.
Ihnen und Ihrem Projekt wünsche ich dennoch viel Erfolg.“

Bisher hatte ich mich unter Veganern stets irgendwie „zu Hause“ gefühlt, hatte meist eine respektvolle Begegnung erfahren. Veganer waren ja solche wie ich, die erwiesenermaßen zumindest „etwas“ schon verstanden hatten, die ja niemandem wehtun wollten.
Wie überrascht war ich von dieser Reaktion des Seitenbetreibers:

„… und ich habe keinerlei Verständnis für Leute wie Sie, die die Verbrechen kennen und liebevoll ohne Verurteilung mit den Tätern umgehen.
„Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“ – Thomas Mann (Literatur-Nobelpreisträger)

Da ich Schwierigkeiten mit dem Begriff „das Böse“ habe (gibt es das überhaupt?), stimme ich dem Mann-Zitat nicht ohne weiteres zu. Aber selbst wenn: Nach gewissen legitimen moralischen Kriterien bin sicher auch ich ein Verbrecher, mein Fleischverzehr von vor acht Jahren ist noch nicht verjährt, ich fahre Auto und produziere giftigen Elektroschrott (sitze ja gerade am Computer) – und das ist sicher noch nicht alles.
Eigentlich sind vermutlich die meisten Menschen „Verbrecher“. Also bessern wir uns doch und ermutigen wir die anderen Verbrecher auch zum Umdenken! Oder wer ist rein genug, um mit Recht zu strafen, also dem Verbrecher Leid zu bringen?
Meine Antwort:

„Ich möchte die Welt positiv verändern, nicht Gewalt mit Gegengewalt
bekämpfen. Durch mein Vorbild habe ich schon viele Menschen zum Veganismus
gebracht – diese ehemaligen Fleischesser (wie ich einer bin), bereichern nun
diese Welt, anstatt sich schuldig zu fühlen.
Die Idee, Verbrecher müssten bestraft werden, weil sie es irgendwie
„verdienten“ ist ein Anachronismus, der leider weiterhin viel Leid
verursacht.“

Der Mailwechsel entwickelte sich in der Folge zu einer großen Bereicherung für mich. Die Antwort des Veganisten (Hervorhebung mittels Fettdruck durch mich):

„Ich bin enttäuscht, dass Sie nicht einmal merken, was für einen menschen- und tierverachtenden Unsinn Sie schreiben. Ich habe einfach mal Ihren Text genommen und ihn in einen humanen Kontext gesetzt:

Ich möchte die Welt positiv verändern, nicht Gewalt mit Gegengewalt bekämpfen. Durch mein Vorbild habe ich schon viele Menschen zum friedfertigen Umgang mit Frauen und Kindern gebracht – diese ehemaligen Schläger, Kinderschänder und Vergewaltiger (wie ich einer bin), bereichern nun diese Welt, anstatt sich schuldig zu fühlen.
Die Idee, Verbrecher müssten bestraft werden, weil sie es irgendwie „verdienten“ ist ein Anachronismus, der leider weiterhin viel Leid verursacht.

Wahrscheinlich würden Sie erst aufwachen, wenn die Gewalt mal Ihre Frau oder Ihre Kinder trifft. Aber solange es nur um Tiere geht, ist ja der grösste Unfug erlaubt. Solange die Grewalt ja nur die Tiere trifft, kann man sich ja feige aus jeder Konfrontation heraushalten.“

Ist das nicht schön? Im humanen Kontext gefällt mir mein Text mindesten genauso gut. Ja! In dieser Welt voller Mörder und Vergewaltiger (Verbrecher an Tier und Mensch) möchte ich ein gewaltloses Zeichen setzen. Ein Veganer nach Gandhis Ideal sein (okay, er war keiner, hat selbst mit großem Bedauern festgestellt, dass seine Gesundheit Ziegenmilch fordere), der gleichzeitig allen Menschen aufgrund seiner tiefen spirituellen Ausrichtung mit Liebe begegnet.
Ja, selbst wenn es mal meine Frau oder meine Kinder trifft! Ich werde sie nach Kräften beschützen (auch mit Gewalt), aber sollte ich Leid nicht von ihnen abwenden können, danke ich dafür, wenn ich dem Täter danach ohne Hass und Verurteilung begegnen könnte.

Tenzin Choedrak, ehemaliger Leibarzt des Dalai Lama, hat nach eigenen Angaben einen chinesischen Gefängnisarzt, der auf ihn zukam, erfolgreich behandelt – nach 17 Jahren in chinesischen Gefängnissen erfahrener Folter. So bedingungslos möchte ich alle Menschen lieben können! Meine Antwort:

„Ich versuche, die leidenden Tiere zu schützen, indem ich Menschen dazu inspiriere, sie nicht aufzuessen. Diejenigen Menschen, die das weiterhin tun, verachte ich dennoch nicht. Es ist für die Tiere kein Schutz, wenn einige wenige Menschen sich selbst moralisch erheben und auf die verbrecherische Mehrheit verbales Gift versprühen.
Ja, auch in humanem Kontext unterschreibe ich die Aussagen uneingeschränkt.
Ein richtig schöner Text!“

Jetzt wurde der Ton schärfer (seine Antwort):

„Und noch eines: Das mit dem liebevollen Umgang ohne Verurteilung der Täter erzählen Sie bitte auch mal den ca. 6.000 – 43.000 Kindern, die TÄGLICH an Hunger sterben, während ca. 40 % der weltweit gefangenen Fische, ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 90 – 98 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ verfüttert werden, weil die Täter ein Geschmackserlebnis für wichtiger halten als das Leben so vieler Kinder! Wenn es Ihre eigenen Kinder wären, würde Ihre Liebe zu den Tätern wahrscheinlich schnell verloren gehen…“

Es steht zu befürchten, dass er damit Recht hat. Wenn meinen Kinder etwas widerfährt, reagiere auch ich aggressiv. Leider. Nicht, weil ich das für richtig, gut oder sinnvoll halte, sondern weil ich so konditioniert bin. Ich übe mich noch in der Liebe und hoffe, mein Ideal dereinst zu erreichen. Weiter:

„…Aber wenn es um fremde Kinder geht, ist das wohl alles nicht so schlimm.
Das mit dem liebevollen Umgang mit den Tätern erzählen Sie bitte auch mal den nachfolgenden Generationen und den Menschen in den Entwicklungsländern, die jetzt schon am Klimawandel leiden.  Oder haben Sie in Ihrer wunderbaren Liebe zu den Tätern vergessen, dass der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern für mindestens 51 % der weltweiten von Menschen ausgelösten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist und somit den Klimawandel bzw. die Klimakatastrophe massgeblich auslöst und damit die Existenzgrundlagen nachfolgender Generationen zerstört und die Existenz vieler Menschen bereits jetzt zerstört hat?
Sorry, aber dafür habe ich kein Verständnis.“

Das ist das Schwierige in der Auseinandersetzung. Ich stimme ihm inhaltlich völlig zu. Genau das sind die Gründe (neben dem Leid der „Nutztiere“), aus denen ich selbst Veganer bin. Ich will an dieser Zerstörung nicht teilnehmen, möchte aber dennoch niemanden verurteilen, der es – aus welchen Gründen auch immer – tut.
Oft habe ich diese Daten selbst gepredigt. Nun bekomme ich sie selbst als Vorwurf hingeknallt, weil ich der Verurteilung der Täter nicht zustimme. Paradox, oder?

Dieser Mann und ich sind für den Veganismus aus den selben formalen Gründen, aber aus einer völlig konträren inneren Einstellung. Er aus Verachtung für die Täter, ich aus Achtung für alles Leben.
Ich wage zu behaupten, dass die Haltung der Verachtung, des Urteilens und den Richtig-Falsch-Denkens der Haltung vieler Fleischesser eher entspricht als meine. Wieder möchte ich nicht behaupten, meine Haltung sei „die Richtige“. Aus dem Aspekt des zu erwartenden Nutzens heraus meine ich jedoch sicher, dass die freundliche Einladung und die Vorbildwirkung gegenüber Fleischessern erfolgversprechender ist als die Anklage der begangenen Verbrechen.

Also rein utilitaristisch gedacht: Wie bringe ich mehr Angehörige der fleischessenden Mehrheit dazu, ihr Verhalten zu ändern (und damit den Planeten zu retten)?

1. Indem ich urteile und ihnen somit Schuldgefühle einpflanze. (Mehr können wir gar nicht tun, die Macht zur Bestrafung fehlt der veganen Minderheit ohnehin.)
2. Indem ich ohne moralischen Zeigefinger aufkläre und ein Vorbild an Liebe und Gesundheit (Mangelfreiheit!) bin.

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Die erste hätte außerdem unweigerlich zur Folge, dass ich mich mit meinen wenigen Gesinnungsgenossen sozial isolieren müsste, ohnmächtig umgeben von Verbrechern, denen ich nicht mehr in die Augen sehen wollte. Nur das Bewusstsein meiner eigenen moralischen Überlegenheit ließen mich diesen Zustand ertragen – und für meine Kinder wäre es eine Katastrophe.

Gandhi sagte in seiner Rede vor der London Vegetarian Society 1931:

“Forty years ago I used to mix freely with vegetarians. . . .. . . . I notice also that it is those persons who became vegetarians because they are suffering from some disease or other – that is from purely the health point of view – it is those persons who largely fall back. I discovered that for remaining staunch to vegetarianism a man requires a moral basis.” (Quelle)

Ich glaube, dass gerade Gandhi mir zustimmen würde, wenn ich weitergehe und sage: „…braucht eine spirituelle Basis.“ Denn nachhaltig moralisches Verhalten kann nur aus der Erkenntnis des Einsseins mit der gesamten Schöpfung resultieren.

Nun möchte ich euch den weiteren Verlauf meiner Diskussion nicht vorenthalten. Meine Antwort:

„In der Sache geben ich Ihnen vollständig Recht, die Daten sind mir bekannt. Es ist schlimm. Ich heiße die Taten nicht gut. Aber ich verurteile nicht die Täter, denn das hilft weder der Welt noch meinen Kindern noch den verhungernden Kindern noch den Tieren. Bestrafung der Täter diente vielleicht einer imaginierten höheren Gerechtigkeit, vermutlich aber eher dem Sadismus derjenigen, die sich „im Recht“ wähnen. Weder Gott noch die Welt noch irgendwer hat irgendeinen Nutzen davon, dass ein Verbrecher seinerseits Leid erfährt.
Also schaue ich, wie ich helfen kann, das Leid insgesamt zu verringern.“

Seine Antwort (Hervorhebung durch mich):

„Was schreiben Sie denn da wieder für einen Unfug?! Wie kann ich den Täter
leiden lassen? Es geht darum, dass die Täter wenigstens Widerstand spüren
und ihnen klar wird, dass es Menschen gibt, die die Verbrechen nicht ohne
Protest durchgehen lassen.

„An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht,
sondern auch der, der es nicht verhindert.“ Erich Kästner

Aber belassen wir es dabei. Eine Kommunikation mit Ihnen hat eh keinen
Zweck. Eine Kommunikationen mit einem Unterstützer der Täter ist mir eh
zuwider. Um es ganz offen zu sagen: Leute wie Sie, die das Leid der Opfer
genau kennen und sich trotzdem feige zurücklehnen, verachte ich mehr, als
die oftmals psychisch gestörten Täter.

Einverstanden mit dem ersten Teil. Gegen gewaltlosen Protest habe ich nichts einzuwenden. Wenn dies aber mit Liebe geschieht, verhindere ich mehr Verbrechen als mit Hass.

Ich befürchte, ein Veganist hat eine Menge Menschen zu verachten. Also, ihr Lieben, wenn ihr bis hierher mitgelesen habt: Versucht doch bitte, Tiere und Menschen zu achten. Das ist besser für die Schöpfung und macht weniger einsam ;-).

9 Gedanken zu „Bis du Veganist oder Veganer aus Liebe?

  1. … bei dem Wort „Täter“ fängt es ja schon an.
    Man ist bei so vielem im Leben Täter, bei vielem Opfer, bei vielem einfach dabei. Das ist wie „Behinderter“ oder „Dementer“. Da wird der ganze Mensch auf die eine Sache festgeschrieben und ist die Identifikation einmal da, ist es schwer sich zu lösen.

    1. Da das ein nicht-öffentlicher Mailwechsel war und man über die Seite auf den Betreiber schließen kann, nenne ich sie nicht. Der höhere Rohanteil wäre sicher nicht verkehrt!

  2. (Gedanken eines Opfers)

    Wow…
    Ich bin ein Mensch, der sich vegan und rohköstlich ernährt.

    Diese Zwietracht in meinen Gedanken habe ich schon des Öfteren erlebt.
    Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, wenn ich darüber nachdachte, dass Jemand meinem Kind etwas antun würde, ist: „Ich würde ihnen töten!“.
    Abgesehen davon, dass ich das nicht könnte, ist mein nächster Gedanke: „Zu was macht mich das, und was würde sich dann ändern?“.
    Und ich müsste eigentlich eher die Menschen töten, die diesen Menschen in seiner Entwicklung dazu verholfen haben, so zu werden.
    Auch mir fällt es schwer zuzusehen, wenn sich über Fleisch hergemacht wird, ohne sich darüber Gedanken zu machen.
    Es würde meine „Seelenqualen“ etwas verringern, wenn sich darüber Gedanken gemacht werden würde, was für ein Leben das Tier hatte.
    Dann fällt mir ein: „So war ich auch einmal!“. Gedankenlos!
    In meinen Augen verjährt Mord nie, und als ehemaliger Fleischesser, war ich „Nutznießer“ und somit beteiligt.
    Ich kann es jetzt anders machen und freue mich zu sehen und zu hören, dass ich bei einigen wenigen ein kleines Körnchen Saat pflanzen konnte, welches sich langsam aber sicher festzusetzen scheint.
    Der Mensch ist im Grunde seines Herzens egoistisch, was die Antworten m.M.n. verdeutlichen.
    Vielleicht ist das noch ein Überbleibsel…so eine Selbsterhaltungssache…bevor der Mensch Verstand bekam. 😉
    Zitat: „Man liebt zuletzt seine Begierde und nicht das Begehrte“ (Friedrich Nietzsche)
    Ich, für meinen Teil, habe erkannt, wie wahr diese doch Worte sind.
    Ich habe auch noch Lederwaren. Einige habe ich abgegeben, aber wenige behalte ich, um mich daran zu erinnern, dass ich auch Mal dazu gehörte.
    Ausserdem finde ich es schlimmer die Sachen fort zu schmeißen.
    Noch im letzten Jahr, habe ich, wenn meine Tochter sich ein Rührei bestellt hat, und es nicht aufaß, es aufgegessen, weil ich finde, dass man es den Tieren schuldig ist.
    Meine Tochter hat sich „beschwert“ das „meine“ vegane Gedanken in ihrem Kopf kreisen 😎
    Sie ist seit ihrem dreizehnten Lebensjahr Vegetarierin, wir waren unwissend was Milch und Eierwaren angeht.
    Also tragen meine „Saaten“ Früchte.
    Ich bin sehr direkt, wenn mir ein Kollege erzählt, dass er sich mittags Eierspeisen oder ähnliches zubereitet.
    Nicht aggressiv, ich erzähle dann ein wenig von den Videos, welche man im Internet so findet, was mit Küken und Co so passiert. Ich glaube das bleibt bei manchen schon ein wenig haften.

    Mittlerweile, wird es auch einige Veganer der 2.Generation geben, geboren in ihrer eigenen, vegangen Matrix.
    Liebevolle Gedanken, auch für den Beantworter dieser Mail.

    Zitat aus der Mail:
    1.
    „„Was schreiben Sie denn da wieder für einen Unfug?! Wie kann ich den Täter
    leiden lassen? Es geht darum, dass die Täter wenigstens Widerstand spüren
    und ihnen klar wird, dass es Menschen gibt, die die Verbrechen nicht ohne
    Protest durchgehen lassen.“

    Es gibt verschiedene Arten von Widerstand und ein Ausstieg aus der „Matrix“ und den damit verbundenen Konditionierung…wenn das Mal kein Protest ist, was denn dann.

    2.
    „„An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht,
    sondern auch der, der es nicht verhindert.“ Erich Kästner“
    Na, wenn Erich Kästner das gesagt hat…
    Ernsthaft…auf was soll uns das Zitat hinweisen?
    Es ist immer wieder herrlich, wenn Zitate aus dem Kontext gerissen angewendet werden.
    Ich glaube Dalai Lama hat so etwas ähnliches gesagt, wie:
    „Es ist egal was du tust, wenn du es mit vollem Herzen tust“
    Nun denn, wenn sie „aus vollem Herzen“ Fleischesser sind, sollen sie es sein.
    Es gibt viele Wahrheiten auf dieser Welt und jeder Mensch trägt seine eigene Landkarte in sich, die nur er selbst verändern kann.
    Ich habe meine durch Anstöße von aussen verändert. Auf Widerstand hätte ich wahrscheinlich eher meinerseits auch mit Widerstand reagiert.
    Empathie halte ich für das bessere Mittel der Wahl.

    In diesem Sinne einen schönen Sonntagabend.

    Ursula

    1. Liebe Ursula!

      Du schreibst:

      Der Mensch ist im Grunde seines Herzens egoistisch, was die Antworten m.M.n. verdeutlichen.
      Vielleicht ist das noch ein Überbleibsel…so eine Selbsterhaltungssache…bevor der Mensch Verstand bekam.

      Die Stärkung der Bindungen im eigenen Stamm und Zusammenhalt gegen konkurrierende andere Stämme haben den Überlebenskampf unserer Spezies die meiste Zeit auf diesem Planeten geprägt.
      Was du schreibst, ist definitiv richtig, es ist aber nur die eine Hälfte. Unsere Selbsterhaltung hat beides gefordert: Härte und Empathie. Im Grunde seines Herzens ist der Mensch egoistisch und liebend.
      Inzwischen ist die Begrenztheit unserer Ressourcen keine unmittelbare Bedrohung mehr für uns. Wir können überleben, ohne den anderen Stamm aus seiner Höhle zu prügeln. Wir können uns nun entscheiden, was wir davon leben wollen.
      Wie die alte Geschichte von den zwei Wölfen in unserem Herzen sagt: Es gewinnt der Wolf, den wir füttern.

      Der Veganist, der sich entscheidet, alle friedlichen Veganer zu hassen, füttert eben genau den Wolf, dem auch die Nutztiere ihr Leid zu verdanken haben.

      Grüße dich herzlich!

      Benedikt

      1. Hallo Benedikt,

        da bin ich ganz deiner Meinung.
        Nur habe ich diesen Teil in meiner Antwort auf einen Satz beschränkt.
        Vorletzte Zeile:
        „Empathie halte ich für das bessere Mittel der Wahl.“

        Liebe Grüße

        Ursula

  3. Puh,,,, das ist heftig und lässt mich auch etwas ratlos hier sitzen…
    Meine Mutter hätte wohl gesagt, du bist zu gut für diese Welt. Und nein, sie hätte es nicht ironisch gemeint..
    Macht weiter wie gehabt, wenn es für euch stimmig ist, ist es gut.
    Liebe Grüße
    Edith( die gerne Rohköstler wäre, aber leider essüchtig und fett ist) Aber ist lese und träume gerne darüber

    1. Liebe Edith!

      Nein, „zu gut für diese Welt“ bin ich nicht. Und auch die, die viel besser sind, sind nicht zu gut.
      Kein Krieger hat je nachhaltig Gutes bewirkt. Gandhi schon. Ja, es ist total stimmig für uns!

      Gerne möchte ich dir noch etwas zur Sucht sagen. Nicht allgemein, da weißt du sicher selbst mehr, sondern in Bezug auf diese Art der rohköstlichen Ernährung:
      Die grüne Fülle ist das beste Mittel gegen die Sucht. Gleichzeitig ist die Sucht das größte Hindernis, mit grüner Nahrung anzufangen.
      Wenn du einen Rat möchtest: Ändere nichts außer einer einzigen Gewohnheit: VOR jedem anderen Essen am Tag, jeden Tag, trinke einen grünen Saft oder einen Smoothie mit ganz viel Grün. Nur das.

      Von einer amerikanische Freundin, die seit langem einen Rohkostblog betreibt, und die an einem Buch über Süchte schreibt (und die eigentlich den grünen Smoothie schon vor Victoria Boutenko propagiert hat), stammt folgendes Zitat:

      „You won’t believe the addictive world I crawled out of, when I discovered Wigmore’s book with Energy Soup recipe. The start for me was one Energy Soup a day.“

      Sie ist Ende 60 und topfit. „Energy Soup“ ist ihre Bezeichnung für grünen Smoothie, meist ohne Obst.

      Vielleicht bleibt es auf Dauer nicht beim Träumen für dich!

      Alles Liebe dir

      Benedikt

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